TAGUNG 1999



Der Fotosatz – von der Uhertype bis zum Mac



Übersichtsvortrag
nach L.W. Wallis: „A Concise Chronology of Typesetting Developments 1886-1986, The Wynkyn de Worde Society, London 1988.

Arthur Ferguson wird ein Patent auf ein Fotosetzgerät gewährt.

1894 E. Porzsold wird ein frühes Patent auf eine Fotosetzmaschine gewährt, bei der einzelne Stangen die Lettern tragen, die mittels Lichtreflexion belichtet werden.

William Friese-Greene erhält ein Patent auf eine Setzmaschine. (Stangen mit weißen Lettern auf schwarzem Grund, die aneinandergereiht abfotografiert werden.)

Richards schlägt ein Fotosatz-System vor, das mit Durchlicht an einem rotierenden Segment mit Diapositiv-Lettern arbeitet.

Alfred E. Bawtree erhält ein Patent auf ein Fotosetzgerät, das mit einer Matrix von Lettern auf einer kreisrunden Scheibe (manuell gedreht) arbeitet.

1895 Siemens und Halske erhalten ein Patent auf eine Fotosetzmaschine, das die Lettern mittels Funkenentladung auf einen bewegten Streifen Fotopapier belichten. Eingeschlossen in diese Erfindung war bereits ein Dicktenausgleich.

Isaac S. Bunnell, einem Drucker in New Jersey, wird ein Fotosetzgerät patentiert (display photolettering machine).

Arthur Dutton experimentiert mit einer Fotosetzmaschine, gen. „Photoline“. Wie das „Penrose Annual“ von 1935 berichtet hat, war der Erfindung kein Erfolg beschieden, doch bildete sie die Grundlage für die spätere „Flickertype“ oder „Flickerletter“ des gleichen Erfinders (ähnlich „Typograph“).

Edgar Kenneth Hunter und Robert Carl August wird ein Patent auf eine Fotosetzmaschine gewährt, bei der ein Lochband als Speicher- und Übertragungsmedium zwischen dem Setzgerät und der Belichtungseinheit verwendet wurde. Belichtet wurde auf Fotopapier. Ein Dicktenausgleich war auch eingeschlossen.

John Robertson, Thomas Brown und Andrew Orrell schlugen vor, Bleisetzmaschinen für den Fotosatz umzubauen. Die Matrizen der Bleisetzmaschinen waren dazu nur mit Lettern-Diapositiven oder –negativen zu versehen.

Walter Broadbent erhält ein Patent auf eine Fotosetzmaschine, bei der er eine Monotype-Eingabeeinheit benutzte, um einen Lochband zu erzeugen, der pneumatisch betätigte Verschlüsse in einer Belichtungseinheit vor einer Letternmatrix steuert. Der Dicktenausgleich geschieht durch die Papierbewegung.

R.J. Smothers schlägt vor, Zeilensetzmaschinen für den Fotosatz umzubauen (im Prinzip wie Robertson, Brown und Orrel 1921).Der Begriff „Photocomposing“ (Fotosatz) tritt erstmals im „Penrose Annual“ auf Samuel Friedman und Dr. Otto Bloom schlagen in New York vor, Zeilensetz- maschine auf Fotosatz umzubauen (wie ehedem Smothers u.a.).

Edmund Uher werden in England verschiedene Patente auf eine Fotosetzmaschine erteilt.

General Printing Ink Co.in New York erhält ein Patent auf eine Fotosetzmaschine, deren Rechte Ashley Ogden an sie verkauft hatte. Sie arbeitete mit einer manuell bewegten Foto-Matrix und optischem Ausgleich.

Das „Penrose Annual“ enthält eine mit der Uhertype gesetzte Probeseite.

1936 George Westover meldet ein Patent an, um sein „Rotofoto System“ schützen zu lassen, das aus einer auf Fotosatz umgebauten Monotype bestand, aber nicht der späteren „Monophoto“ entsprach.

In New York wird die Photo-Lettering Inc. von Ed Rondthaler gegründet – ein frühes Serviceunternehmen für Fotosatz. Benutzt wurden Fotosetzmaschinen von General Printing Ink (Rutherford Photolettering genannt).

Waterlow & Sons in Dunstable brachten ein Buch mit dem Titel: „Typesetting Methods: Old and New“ heraus, das mit der manuell bedienten Version der Uhertype gesetzt worden war.

William C. Huebner wurde ein Patent auf eine Fotosetzmaschine gewährt, die auf einer stationären Lettern-Matrix aufbaute.

Die Monotype Corp. beginnt mit Entwicklungsarbeiten zur Monophoto. René Higonnet und Louis Moyroud entwickeln ihre Fotosetzmaschine, die mit einer Stroboscoplampe die Lettern auf einer roterenden Scheibe zur Belichtung blitzt.

Das US Government Printing Office testete erstmals einen Intertype-Fotosetter.

1946 Der Prototyp der Higonnet-Moyroud-Fotosetzmaschine wird in USA exklusiv Bill Garth von der Lithomat Corp., Prof. Samuel Caldwell vom MIT und einem Patentanwalt vorgeführt.

Das Rotofoto System wird erstmals in Europa bei Pira in Leatherhead vorgeführt.

Dr. H.J.A. de Goeij entwickelt in den Niederlanden sein Hadego-Fotosetzgerät.

1948 Der Prototyp der Higonnet-Moyroud-Fotosetzmaschine wird nach USA gesandt. Beide Erfinder wandern nach USA aus.



Weitere Vorträge:

Dr. Roger Münch: „Die Uhertype – ein Forschungsbericht“.

Dr. Alan Marshall: „The Lumitype – Photon – an assessment“.

Andrew Boag: “Monotype and phototypesetting”.

Prof. Hans Willberg: “Fotosatz und Typographie, bzw. umgekehrt“.

Hans-Thomas Schmidt: „Fotosatz für Akzidenzen“.

Dr. Karl Kuhn: „Zukünftige Anforderungen durch Wandel der Arbeit“.

Prof. Dr. Theodor Peters: „Bildschirmarbeit und Ergonomie“.

Helmut Christ: „Deutsche Fotosatztechnik 1970-1990 mit Schwerpunkt Linotype und Hell.

Hans-Georg Wenke: „Ende des Fotosatzes: Ursachen, Fakten und Folgen“.




Autor: Boris Fuchs




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